Die Rolle der Posaune in der instrumentalen und vokalen Musik des 16. und 17. Jahrhunderts
Dass die Posaune das perfekte Instrument ist und schon immer perfekt war, ist allgemein bekannt. Bereits im 15. Jahrhundert zählte dieses Blasinstrument zu den vielseitigsten seiner Art. Es konnte sowohl kräftige, durchdringende Töne als auch weiche, gefühlvolle Klänge erzeugen und war somit für verschiedene musikalische Kontexte geeignet. So kam die Posaune in der vokalen Kirchenmusik, in der Tanzmusik als Stadtpfeifer und auch in der königlichen Hofmusik zum Einsatz. Wahrscheinlich kann kein anderes Instrument so ein vorzügliches Glissando zaubern
wie die Posaune. Und haben Sie schon von der Posaune im Jüngsten Gericht gehört? Bestimmt! All das macht sie zu einem Neidobjekt par excellence. Daher ist die gemeine Posaune auch so (all)gemein bekannt.
Mit Musik von Claudio Monteverdi, Diego Ortiz und Gudrun Lund nimmt Tural Ismayilov das Publikum mit auf eine Reise voller Kontraste und bereichert sie mit Geschichten und Anekdoten zu seinem Instrument. In seinem Projekt „Die Gemeinde Posaune” reflektiert der Künstler einerseits die Rolle der Posaune als Soloinstrument. Andererseits geht er auf das Thema Kultur als unverzichtbaren Teil unserer Gesellschaft ein.
Programm
Ludwig Senfl (1486-1543) Was wird es doch des Wunders noch
Vierstimmige Motette mit Cantus Firmus
MODERATION
Diego Ortiz (1510 – 1570) Recercada quarta O Felici occhi miei
Bass-Diminution über das Madrigal
Orgelstück
Bernardo Pasquini (1673-1710)
Partite sopra la Aria della Folia da Espagna
MODERATION
Giovanni Martino Cesare (1590-1667) La Hieronyma
das erstbekannte Solostück für Posaune
Diego Ortiz Recercada Quinta Pars
Diminution für Bassposaune und Orgel
MODERATION
Cipriano de Rore (1515 - 1565) Ancor che col partire
Vierstimmiges Madrigal
Giovanni Bassano (1558–1617) Diminution Ancor che col partire
Bass-Diminution über das Madrigal
Orgelstück
Michael Praetorius (1571-1621)
Springtanz (aus: Terpsichore), Arr. Alan Wilson
Gudrun Lund (1930-2020) Five boys I know
für Posaune SOLO
MODERATION
Claudio Monteverdi (1567-1643) Ab Æterno - per basso voce
per Basso a Continuo
Zugabe:
kaukasisches Volkslied Sari Gelin
Tural Ismayilov - Posaune
Hans-Peter Retzmann - Orgel
Tural Ismayilov
Als Spezialist für Alte Musik ist Tural Ismayilov regelmäßiger Gast bei Festivals wie Oude Muziek Festival Utrecht, Stockholm Early Music Festival, Bremer Musikfest, Festival Bach Montreal mit Ensembles wie AKAMUS Berlin, Weser Renaissance, Capella Cracoviensis, Lautten Compagney Berlin.
Konzerte führten ihn u.a. nach Moskau, Tokio, Krakau, Taipeh, Washington, Oslo, Amsterdam, Venedig und Montreal. Als gefragter Kammermusikpartner wirkte er bei über 60 CD- und Rundfunkproduktionen mit. Der aus Aserbaidschan stammende Musiker erhielt seinen ersten Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren.
Nach einem Posaunenstudium in seiner Heimatstadt Baku setzte er seine Ausbildung zum Orchestermusiker an den Musikhochschulen Münster und Hamburg fort und sammelte Erfahrungen im Philharmonischen Orchester Baku und bei den Hamburger Symphonikern.
Seine Leidenschaft für Alte Musik führte ihn schließlich nach Bremen, wo er ein Aufbaustudium für Barockposaune und historische Aufführungspraxis bei Wim Becu absolvierte.
Von 2015 bis 2022 war Tural Ismayilov Mitglied des renommierten Ensembles Capella de la Torre (Preisträger Echo Klassik 2016, 2017, Opus Klassik 2018, 2022).
Ab 2020 widmet sich Tural Ismayilov seinem eigenen Ensemble Anima Shirvani. Mit seinen Projekten und deren Musik ist ihm die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturgesellschaften ein wichtiges Anliegen.
TURAL ISMAYILOV
Alte Musik
Katholische Pfarrkirche Sankt Mariä Himmelfahrt