Werke von Annette Focks und Frank Martin
1922 vollendet Rainer Maria Rilke seine Duineser Elegien – ein Werk über die Wucht der Moderne und die existenzielle Einsamkeit des Menschen: „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“ Im selben Jahr beginnt Frank Martin die Arbeit an seiner Messe pour double chœur a cappella. 1926 abgeschlossen, wird sie später zu einem der populärsten Werke der A-cappella-Chormusik. Wie Rilkes Elegien vereint auch ihre Klangsprache berückende Schönheit mit existenzieller Dringlichkeit – etwa, wenn Martin im einleitenden Kyrie das Flehen um Erbarmen „sehr bewegt, wie einen Schrei“ gestaltet.
Der JKK widmet sich in seinem Sommerprogramm 2026 dieser eindrucksvollen Messe und kombiniert sie mit Werken der international renommierten Komponistin Annette Focks (*1964). In De vita brevitate, Humilitas (memento) und Gyroskop greift sie lateinische Texte auf, die den Menschen mit seiner Vergänglichkeit konfrontieren und zugleich Gelassenheit nahelegen. Vor dem Agnus Dei, Martins eindringlicher Bitte um Frieden, erklingt passend dazu ihre Vertonung von Rilkes Gedicht Erste Rosen – ein zartes, hoffnungsvolles Bild des Anfangens: „wie ein leisleises Lachen; flüchtig mit schwalbenflachen Flügeln streift es den Tag.“
Junger Kammerchor Köln
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Basilikamusik St. Aposteln | Junger Kammerchor Köln
Meik Impekoven
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